Demokratie & Vielfalt

Projekt: „Haltung zeigen. Zum Dialog zwischen Polizei und Zivilgesellschaft.“ (Modul I)

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22.01.2024  bis  24.01.2024

Projekt: „Haltung zeigen. Zum Dialog zwischen Polizei und Zivilgesellschaft.“ (Modul I)

Dialog baut auf Vertrauen: Kennenlernen – Vorurteile aufbrechen – Sensibilisieren

BU Bildungsurlaub mgl.

Das Seminar richtet sich an haupt- und ehrenamtliche Aktive der für Demokratie engagierten Zivilgesellschaft (Vereinen, NGOs, MSOs, Initiativen, Bündnisse etc.) aus Niedersachsen und Bremen. Eine Teilnahme ist nur in Kombination mit den Modulen II (28.02.-01.03.2024) und III (19.-21.04.2024) der gleichen Fortbildungsreihe möglich. Die Zahl der Teilnehmenden ist begrenzt. Bitte melden Sie sich bis spätestens 01.12.2023 an inkl. einer kurzen Angabe wo und wie Sie zivilgesellschaftlich aktiv sind.

Es ist kompliziert – so ähnlich könnte die Beziehung zwischen Polizei und Zivilgesellschaft in einem kurzen Satz beschrieben werden. Demonstrationsgeschehen sowie alltägliche Polizeieinsätze bieten wiederholt Anlass für Auseinandersetzungen, die die Gesellschaft polarisieren. Das angespannte Verhältnis zwischen den beiden ungleichen Akteurinnen spiegelt sich auch in öffentlichen Debatten wider, wie z.B. um die Notwendigkeit einer Studie zu Rassismus oder zum Umgang mit bekanntgewordenen Fällen rechter Gesinnung in den Behörden. Nicht zuletzt entzünden sich Diskussionen an der Frage der Legitimität und Angemessenheit staatlicher Gewaltanwendung.

Auf beiden Seiten besteht zudem nur relativ wenig Wissen über die Handlungslogiken und -motivationen der Polizei bzw. der Zivilgesellschaft. Die polarisierende Debatte in den (sozialen) Medien ist oftmals geprägt von Stereotypien, welche pauschale Sichtweisen und Bewertungen verhärten und Konflikte weiter anheizen können. Da Zivilgesellschaft und Polizei beide für sich beanspruchen, elementare Funktionen für die Demokratie zu erfüllen, ergibt sich angesichts ihrer Gegensätze aber nicht nur Anlass zum Streit, sondern auch zum offenen Gespräch.

Getreu dem Leitspruch besser miteinander statt übereinander reden, bringt das Modellprojekt „Haltung zeigen. Zum Dialog zwischen Polizei und Zivilgesellschaft“ daher eine Gruppe von Vertreter*innen beider Seiten aus der Region im Rahmen einer Fortbildung in 3 Modulen in einen Dialog. Angeregt durch Inputs von ausgesuchten Expert*innen setzen sich die Teilnehmenden multiperspektivisch u.a. mit Themen wie gegenseitige Vorurteile, Rassismus und racial profiling, Protestformen und Gewalt auseinander. Teilnehmende erhalten durch einen angeleiteten Perspektivwechsel einen direkten Einblick in die handlungsleitenden Prinzipien und Motivationen der jeweils anderen Seite. Sie erweitern ihre Handlungskompetenzen, indem sie ihr Wissen und ihr persönliches und berufliches Netzwerk ausbauen.

Ausgehend von einer rassismuskritischen Perspektive legen die Verantwortlichen explizit Wert auf die Beteiligung von direkt von Rassismus und Diskriminierung betroffenen Menschen. Eine speziell in Diskriminierungssensibilität geschulte Awareness Person wird die Fortbildungsreihe mit ihrer fachlichen Expertise durchweg begleiten und Teilnehmenden nach Bedarf ihre Unterstützung anbieten.

Modul I der Fortbildungsreihe bildet den Startpunkt des Dialogs. Hier werden auf fachlichen wie auf beziehungstechnischen Ebenen die Grundlagen für den Austausch im weiteren Verlauf gelegt. Das Modul dient in erster Linie dem Aufbau einer gegenseitigen Vertrauensbasis durch intensives Kennenlernen, dem Aufbrechen von gängigen Vorstellungen und Vorurteilen und nicht zuletzt einer tiefergehenden und multiperspektivischen Auseinandersetzung mit DER Zivilgesellschaft und DER Polizei.

Programm

Polizei und Zivilgesellschaft – für den Erhalt der demokratischen Staatsform und Gesellschaft erfüllen beide elementare Funktionen und stehen sich doch oftmals mit gegensätzlichen Positionen gegenüber. Das angespannte Verhältnis zwischen den ungleichen Akteurinnen spiegelt sich in hitzigen Debatten, wie z.B. um Notwendigkeit einer Studie zu Rassismus in der Polizei, wider. An Demonstrationsgeschehen und auch an alltäglichen Polizeieinsätzen entzünden sich wiederholt Konflikte, die die Gesellschaft polarisieren. Mangelndes Wissen über die jeweiligen Handlungslogiken bedingen zudem häufig ein gegenseitiges Unverständnis über (Re-)Aktionen der anderen Seite. Dies trägt zur Verhärtung von stereotypen Narrativen und Vorverurteilungen bei, die das Vertrauensverhältnis zwischen Polizei und Teilen der Bevölkerung schwer belasten und in einer zunehmenden Skepsis gegenüber dem demokratischen Rechtsstaat münden können.

Getreu dem Leitspruch "besser miteinander statt übereinander reden", bringt das Modellprojekt „Haltung zeigen. Zum Dialog zwischen Polizei und Zivilgesellschaft“ Vertreter*innen beider Seiten aus der Region im Rahmen einer Fortbildung in 3 Modulen in einen offenen Dialog auf Augenhöhe. Angeregt durch Inputs von ausgesuchten Expert*innen setzt sich die Seminargruppe multiperspektivisch u.a. mit Themen wie Rassismus, Rechtsextremismus, Protestformen und (Polizei-)Gewalt auseinander. Ausgehend von der Kritik wird dabei ein Fokus auf die aktive Mitwirkung von direkt von Rassismus Betroffenen gelegt und es wird während des Seminars speziell für Diskriminierungssensibilität geschultes Personal anwesend sein (Awareness Person).

Das Seminar richtet sich an haupt- und ehrenamtliche Aktive der Zivilgesellschaft (Vereine, NGOs, MSOs, Initiativen, Bündnisse etc.) aus Niedersachsen und Bremen. Eine Teilnahme ist nur in Kombination mit den Modulen II und III der gleichen Fortbildungsreihe möglich. Bitte melden Sie sich bis spätestens 01.12.2023 an inkl. einer kurzen Angabe wo und wie Sie zivilgesellschaftlich aktiv sind. Modul I der Fortbildungsreihe bildet den Startpunkt des Dialogs. Hier werden auf fachlichen wie auf beziehungstechnischen Ebenen die Grundlagen für den Austausch im weiteren Verlauf gelegt. Das Modul dient in erster Linie dem Aufbau einer gegenseitigen Vertrauensbasis durch intensives Kennenlernen, dem Aufbrechen von gängigen Vorstellungen und Vorurteilen und nicht zuletzt einer tiefergehenden und multiperspektivischen Auseinandersetzung mit DER Zivilgesellschaft und DER Polizei und der ihnen zugrundeliegenden Handlungslogiken. Zudem werden für den weiteren Verlauf wichtige Aspekte zu Diskriminierungssensibilität, Sprache und Machtverhältnissen im Seminarraum thematisiert.

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