
Haltung zeigen
Zum Dialog zwischen Polizei und Zivilgesellschaft
Projektbeschreibung
Es ist kompliziert – so ähnlich könnte die Beziehung zwischen Polizei und Zivilgesellschaft in einem kurzen Satz beschrieben werden. Demonstrationsgeschehen sowie alltägliche Polizeieinsätze bieten wiederholt Anlass für Auseinandersetzungen, die die Gesellschaft polarisieren. Das angespannte Verhältnis zwischen den beiden ungleichen Akteurinnen spiegelt sich auch in öffentlichen Debatten wider, wie z.B. um die Notwendigkeit einer Studie zu Rassismus oder zum Umgang mit bekanntgewordenen Fällen rechter Gesinnung in den Behörden. Nicht zuletzt entzünden sich Diskussionen an der Frage der Legitimität und Angemessenheit staatlicher Gewaltanwendung.
Auf beiden Seiten besteht zudem nur relativ wenig Wissen über die Handlungslogiken und -motivationen der Polizei bzw. der Zivilgesellschaft. Die polarisierende Debatte in den (sozialen) Medien ist oftmals geprägt von Stereotypien, welche pauschale Sichtweisen und Bewertungen verhärten und Konflikte weiter anheizen können. Da Zivilgesellschaft und Polizei beide für sich beanspruchen, elementare Funktionen für die Demokratie zu erfüllen, ergibt sich angesichts ihrer Gegensätze aber nicht nur Anlass zum Streit, sondern auch zum offenen Gespräch.
Getreu dem Leitspruch besser miteinander statt übereinander reden, bringt das Modellprojekt „Haltung zeigen. Zum Dialog zwischen Polizei und Zivilgesellschaft“ daher eine Gruppe von Vertreter*innen beider Seiten aus der Region im Rahmen einer Fortbildung in 3 Modulen in einen Dialog. Angeregt durch Inputs von ausgesuchten Expert*innen setzen sich die Teilnehmenden multiperspektivisch u.a. mit Themen wie gegenseitige Vorurteile, Rassismus, Rechtsextremismus, Protestformen und Gewalt auseinander. Teilnehmende erhalten durch einen angeleiteten Perspektivwechsel einen direkten Einblick in die handlungsleitenden Prinzipien und Motivationen der jeweils anderen Seite. Sie erweitern ihre Handlungskompetenzen, indem sie ihr Wissen und ihr persönliches und berufliches Netzwerk ausbauen.
Das Modellprojekt „Haltung zeigen. Zum Dialog zwischen Polizei und Zivilgesellschaft“ ist nach dreijähriger Durchlaufphase nun zu Ende gegangen. Es bot den Raum für die Vertreter*innen der Zivilgesellschaft und die Polizei, sich im Dialogformat zu erproben, den Perspektivwechsel vorzunehmen und kontrovers zu diskutieren. Der Dialog zwischen den zwei Akteur*innen konnte dabei geübt und erprobt werden.
Als Ergebnis des Modellprojekts wurde die Projektdokumentation „Dialog mit Wirkung“ herausgegeben. Sie bietet die Einblicke in den Projektverlauf und dokumentiert die Ergebnisse der wissenschaftlichen Projektevaluation.
Die Publikation steht zum Download bereit: Projektpublikation_Dialog mit Wirkung_final

Kooperationspartner im Projekt:
- Flüchtlingsrat Niedersachsen e. V.
- Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen e. V.
- Arbeitsgemeinschaft Migrantinnen, Migranten und Flüchtlinge in Niedersachsen
- Arbeit und Leben Niedersachsen
- Polizeidirektion Oldenburg
Gefördert durch:
- Bundeszentrale für politische Bildung
- Polizeischutz für die Demokratie
Aktivitäten:
- 01
[Zeitpunkt folgt]
[Projekttext folgt – liefert GSI]
Projektträger: Gustav Stresemann Institut in Niedersachsen e. V., vertreten durch Martin Kaiser
Projektkoordination: Daniel Bernhardt, Iwona Domachowska
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